Vortrag von Michael Scheffel mit Lesung von Maria Hartmann
Eine Veranstaltung in der Reihe (Fast) frisch aus der Druckerpresse – Neuerscheinungen 1926
Arthur Schnitzlers Traumnovelle ist am 6. Mai 1926, dem Tag von Sigmund Freuds 70. Geburtstag, als Buch im S. Fischer Verlag erschienen. Die Erzählung zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Novellen des 20. Jahrhunderts und wurde nicht zuletzt mit der Verfilmung Eyes wide shut (1999) durch den US-amerikanischen Regisseur Stanley Kubrick (mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen) weltweit bekannt. Im Blickpunkt der Novelle steht die Geschichte eines Ehepaars, Fridolin und Albertine, die einander erstmals ihre Sehnsüchte nach erotischen Abenteuern mit anderen Partnern offenbaren, sich daraufhin zu verlieren drohen und die infolge eines wechselseitigen Erkenntnisprozesses dann doch wieder zueinander finden und „einander traumlos nah“ zu sein scheinen. Schnitzler hat seine versöhnlich endende Erzählung nach einem längeren, mit seiner Lebensgeschichte und dem Auseinanderbrechen der eigenen Ehe eng verwobenen Arbeitsprozess 1925 fertiggestellt. Auf welch faszinierende Weise seine Geschichte von (Un-)Treue, Liebe und Eifersucht im Verlauf von rund vierzig Jahren Gestalt annahm, wobei Teile des Plots parallel durch andere Werke des Autors wanderten und ein Märchen aus Tausendundeine Nacht an Bedeutung gewann, wird der Vortrag erläutern.
Michael Scheffel ist Professor für Allgemeine Literaturwissenschaft und neuere deutsche Literaturgeschichte i.R. und leitet zusammen mit Wolfgang Lukas das Forschungsprojekt „Arthur Schnitzler. Digitale historisch-kritische Edition (Werke 1905 bis 1931)“.
Während der Veranstaltung werden Bildaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Staatsbibliothek zu Berlin angefertigt. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie der Veröffentlichung zu nichtkommerziellen Zwecken zu.
Staatsbibliothek zu Berlin
Theodor-Fontane-Saal
Unter den Linden 8
10117 Berlin
Beginn: Uhr
Ende: Uhr
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