Jana Nedorost und Georg Meier haben den Lockdown genutzt, um ein Stück zu inszenieren, dass den Hygienevorgaben vollständig entspricht, denn es spielt nur eine Schauspielerin in einer Quarantänestation, durch Plastikfolie vollständig vom Publikum getrennt.
Als im Herbst 2000 das Stück „Erreger“ von Albert Ostermaier in Hannover Premiere hatte, da hatte man bei dem Wort Quarantäne ganz andere Dinge im Kopf. Es geht also nicht um Corona. Auch in dieser Inszenierung nicht. Aber es geht um Fragen, die mit unserer aktuellen Lebenssituation noch drängender geworden sind als 2000.
Die Handlung ist schnell erzählt: Ein Trader in Quarantäne. Wir sehen einen Börsenhändler, der aus Gründen, die wir nur vermuten können, in einen Käfig gesperrt, vom Leben abgetrennt ist und in dieser Extremsituation über sein Leben reflektiert. Gewinnermentalität, Insiderhandel, Computerarbeitsplätze, Homeoffice und der Traum, einmal reich und mächtig zu sein. Darum kreisen seine Gedanken. Dazu Erinnerungen aus der Kindheit und die Frage, wie er zu dem geworden ist, was er ist. Jana Nedorost spielt den Trader mit einer Energie und einer Spielwut, die ansteckend ist. Der Text ist präzise und über weite Strecken rhythmisch gebunden wie ein Rap oder ein Liedtext. Der Trader zeigt die vielen Facetten der Gewinner und Börsenjunkies mal in übertrieben zur Schau gestellter Lässigkeit oder in plakativen Posen und dann wieder in ganz leisen Zwischentönen, in privaten Sehnsüchten und der wiederkehrenden Frage, ob er sich durch sein Verhalten an der Börse nicht sein Verhältnis zu seiner Frau und seiner kleinen Tochter endgültig zerstört hat.

Abendkasse ab 45 min vor Beginn der Vorstellung.
Preise: ermäßigt 5€, normal 8€, Solipreis 12€

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