Theatervorstellung "Treppe ins Ungewisse"
Am Sonntag, den 9. November 2025 um 19:30 Uhr präsentiert Weilburg erinnert e. V. in Kooperation mit dem Theater odos aus Münster das eindrucksvolle Theaterstück „Treppe ins Ungewisse“ in der Stadthalle Weilburg.
Das Stück bringt ein in der Öffentlichkeit noch immer wenig beachtetes Thema auf die Bühne: die sogenannte „Euthanasie“ im Nationalsozialismus – die massenhafte Ermordung und Zwangssterilisation von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder geistiger Behinderung, die aus Sicht des NS-Staates als „lebensunwert“ galten.
Im Mittelpunkt des Stücks steht eine Staatsanwältin, die gemeinsam mit ihrem Assistenten versucht, die historischen Verbrechen in Psychiatrien während der NS-Zeit aufzuarbeiten. Dabei ringt sie nicht nur mit dem juristischen Stoff, sondern auch mit der Sprache selbst: Wie lassen sich Tötungen in Anstalten benennen? Welche Worte sind angemessen für das Leid der Opfer? Und wie geht man mit den Tätern um – Ärzten, die Menschen selektierten, sterilisierten, verstümmelten und ermordeten?
Die Grundlage des Stücks bilden Zeitzeugenberichte, Gerichtsurteile und historische Studien. Erzählt wird unter anderem von den Anfängen der NS-„Euthanasie“ im Jahr 1939, als Hitler den geheimen Tötungsbefehl zur Ermordung erwachsener „Geisteskranker“ erteilte. Thematisiert wird auch, wie Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen wurden – etwa weil sie als politisch unbequem galten, homosexuell waren oder weil sich Ehemänner ihrer Frauen entledigen wollten.
Die Inszenierung benennt die Ideologie hinter den Morden klar: Der Wahn von der „Reinheit der Volksgemeinschaft“ führte zur systematischen Ausgrenzung, Entrechtung und Vernichtung. Die perfide Logik: Wer „nutzlos“ erschien, galt als „Ballast“, als Belastung für die Gesellschaft – und wurde getötet.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Erinnerungswochen zum 9. November statt – dem Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938. Mit diesem Theaterabend möchte Weilburg erinnert e. V. zur Auseinandersetzung mit historischen wie aktuellen Fragen von Ausgrenzung, Menschenwürde und Erinnerungskultur beitragen.
Stadthalle Weilburg
Langgasse 25
35781 Weilburg
Beginn: Uhr
Ende: Uhr
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