Von Werk- und Nibelungentreue

Mit Felicitas Hoppe, Mareike Menne, Andrzej Irzykowski und Frederike Jacob

Die "Treue" der Adelshäuser gegenüber ihrem Herrscher war für das höfische Leben des Hochmittelalters und damit auch für das Regierungshandeln Kaiser Barbarossas bestimmend. So verwundert es nicht, dass mit dem "Nibelungenlied" um 1200 herum erstmals ein Stoff verschriftlicht wird, der mit dem Konzept der Treue bis heute sprichwörtlich verbunden ist, spätestens seit dem Nationalsozialismus und dessen Leitspruch "Unsere Ehre heißt Treue" jedoch auch Assoziationen zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte weckt. Wirkungsmächtig war das Nibelungenlied aber auch schon vor und nach den 1930er- und 40er-Jahren, denn der Stoff ist einfach unschlagbar: ein Bad in Blut, eine schöne Frau, Gold und ein Mord, der grausam gerächt wird. So klingt das Lied der Nibelungen, die Sage von Siegfried, dem Strahlenden, seinem düsteren Gegenspieler Hagen und der schönen Kriemhild, das zahlreiche Künstler:innen über die Zeiten und Gattungsgrenzen hinweg zur Auseinandersetzung damit inspiriert hat. Zu einem besonderen Hype kam es, parallel zum Barbarossa-Mythos, ab dem 19. Jahrhundert. Richard Wagners Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen" ist wohl das bedeutendste Beispiel dafür. Ein weiteres aus dem frühen 20. Jahrhundert ist Fritz Langs berühmter Stummfilm, auf den sich jüngst wiederum die Autorin Felicitas Hoppe mit ihrer Neufassung der "Nibelungen" zurückbezieht, genauso wie auf die Anfang des 21. Jahrhunderts neugegründeten Nibelungenfestspiele Worms. Zur gelungenen Auseinandersetzung mit mittelalterlichen Stoffen und Motiven gehört jedoch auch, dass diese nicht einfach reproduziert, sondern inhaltlich aktualisiert und ästhetisch an die Gegenwart angepasst werden.

Im Zentrum der Veranstaltung im schönen Ambiente der Rohrmeisterei Schwerte steht eine Lesung von "Deutschlands fantastischster Fabuliererin" (Die Welt) und Georg-Büchner-Preisträgerin Felicitas Hoppe aus ihrem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman "Die Nibelungen - ein deutscher Stummfilm".

Der von Frederike Jacob (Literaturhaus Dortmund) moderierte Literaturabend wird gerahmt von einer thematischen Einführung der Geschichtswissenschaftlerin und Verlegerin Dr. Mareike Menne u.a. zur Rezeptionsgeschichte Barbarossas und zu "Nibelungentreue" im Deutschen Kaiserreich und im Nationalsozialismus.

Außerdem ist der Lünener Bildhauer Andrzej Irzykowski zu Gast, der eine zeitgenössische Version des berühmten Cappenberger Barbarossakopfes angefertigt hat, die er im Rahmen eines Gesprächs vorstellt.

Wo findet diese Veranstaltung statt? Rohrmeisterei Schwerte
Ruhrstraße 20
58239 Schwerte

Wann findet diese Veranstaltung statt?
Beginn:
Zum Kalender hinzufügen

Alle Preise zzgl. einer Servicegebühr von 2.5 % pro Bestellung.

Ticketpreis

von 15,90 € bis 17,90 €
Standard

17,90 €

Ermäßigt

15,90 €

Mehr Informationen