Nora Eckert versteht ihr Buch als eine transBewegungs- und Emanzipationsgeschichte Deutschlands ab 1945 bis heute. Nach wie vor ist die Erforschung von transThemen unterrepräsentiert, obwohl die Geschlechterfrage von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung ist. Die Autorin schließt damit eine bedeutende Lücke in der deutschen Gesellschaftsgeschichte.
Im Verlauf der Geschichte bilden sich soziale Prozesse ab, in denen Erzählungen ein wesentlicher Bestandteil sind und die im Fall von trans endlich zu ihrem Recht kommen sollen. Die Autorin beschreibt, wie aus privaten Netzwerkbildungen allmählich Selbsthilfestrukturen entstehen, die sich zu der transCommunity, wie wir sie heute kennen, weiterentwickeln. Mit den wachsenden Strukturen ging auch eine Politisierung einher. Sie bestand und besteht nach wie vor in der Forderung nach voller rechtlicher und sozialer Anerkennung von trans. Die Einbettung von transRechten in den Menschenrechtsdiskurs sieht Nora Eckert dabei als einen entscheidenden Schritt, der sich auch in der Verfassungsrechtsprechung seit 1978 mit Blick auf trans* und ihre Folgen für die Gesetzgebung niederschlug. 2024 trat ein Selbstbestimmungsgesetz in Kraft, das von der Geschlechtsmündigkeit des Menschen ausgeht. Mit Blick auf den Rechtspopulismus bleibt die geschlechtliche Selbstbestimmung indes ein Verteidigungsfall und zugleich die Voraussetzung für eine inklusive Gesellschaft.

Nora Eckert wurde 1954 geboren, lebt und arbeitet als Publizistin in Berlin. Sie ist Autorin bei queer.de und setzt sich als transAktivistin für die Interessen der transCommunity ein. Sie war von 2022 bis 2025 Vorständin beim Bundesverband Trans* e. V. und ist in dieser Funktion für den Verein TransInterQueer und für das Schwule Museum Berlin tätig. Zuletzt erschienen von ihr »Außerhalb oder innerhalb der Binarität? Sind wir unsere Genitalien?« (2023), und ihre Autobiographie »Wie alle, nur anders. Ein transsexuelles Leben in Berlin« (2021).

Rainer Herrn, geboren 1957, ist Medizinhistoriker mit den Schwerpunkten Geschichte der Psychiatrie sowie geschlechtlicher und sexueller Minderheiten. Er arbeitet an der Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft und seit 2008 am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité.

Während der Veranstaltung werden Video- und Bildaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Staatsbibliothek zu Berlin angefertigt. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie der Veröffentlichung zu nicht-kommerziellen Zwecken zu.

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8
10117 Berlin


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