Ann Esswein: "Jahre ohne Sprache"
Ann Esswein liest am 1. Juli aus ihrem neuen Roman "Jahre ohne Sprache". Darin spürt sie Erinnerungsfragmente auf, fügt sie wieder zusammen und ermöglicht das Benennen eines Unbehagens, für das in der Jugend keine Worte gab.
Zum Buch:
Diese Geschichte beginnt in einem Sommer, kurz bevor das, was die Erwachsenen mit dem wirklichen Leben meinen, für Natascha eigentlich so richtig losgehen sollte. In Glanitz, einem kleinen Ort in der Provinz, findet das Leben für sie und ihre Freunde zwischen Fußballplatz, Bushaltestellenhäuschen und Jahrmarkt statt. Immer dabei ist die Hand, wie Natascha ihn nennt. Die Hand, die auf ihrem Oberschenkel lauert wie ein Fisch, die ungefragt vordringt, während sich der Himmel von Nachtblau zu Frühmorgenblau färbt und alle besoffen sind.
Fünf Jahre später hat Natascha die Enge ihres Heimatortes verlassen und lebt mit ihrer Wahlfamilie in einer besetzen Knopffabrik. Hier wird Natascha zu Nao, hier gibt es keine Vergangenheit, keine Hierarchie, kein “Er” und kein “Sie”, hier gibt es nur “Wir”. Doch die Erinnerungen an ihre Jugend lassen sie nicht los, und so beginnt eine Suche, bestimmt von dem Drang, sich die Deutungsmacht über das Geschehene zurückzuerobern. Unmittelbar, schonungslos und mit großer Dringlichkeit erzählt Ann Esswein von Ohnmacht, Scham und dem Unbehagen, für das es in der Jugend keine Worte gab.
Ann Esswein ist Autorin und Journalistin. Sie schreibt u. a. für Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, taz, Literaturmagazine und produziert Hörfunkstücke. Sie war Finalistin des 29. open mike, Teilnehmerin an der Romanwerkstatt “Die Große Tour” am Literaturhaus München und 2021 sowie 2022 auf der Shortlist des Deutschen Kurzgeschichtenwettbewerbs. 2023 erhielt sie den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg. Ihr Debütroman “Mimikry” erschien 2024. Ann Esswein lebt in Berlin.
Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda
Frankfurter Allee 14A
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