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Schicksalhafte Saiten. Musikalische Lesung zu Ilse Weber

„Hass braucht keine Logik.“
Ilse Weber (1903–1944)

im Rahmen der Veranstaltungsreihe „VIA REGIA – jüdisch – unterwegs“

Ausgangspunkt des Abends ist eine Ausstellung der SLUB Dresden „Schicksalhafte Seiten – Bücher verfolgter Menschen“. Die Ausstellung macht Bücher aus dem Besitz von Menschen sichtbar, die während der NS-Zeit verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Diese Bücher sind mehr als historische Objekte – sie tragen persönliche Geschichten in sich und bewahren Spuren von Verlust, Exil und Erinnerung.

Die jüdische Schriftstellerin und Liedermacherin Ilse Weber (1903–1944) gehört zu den eindrucksvollsten Stimmen aus dem Ghetto Theresienstadt. Als Dichterin, Sängerin und Mutter schrieb sie dort Gedichte und einfache Lieder, mit denen sie kranke und verängstigte Kinder tröstete. Oft begleitete sie sich selbst auf der Gitarre. Zu ihren bekanntesten Liedern gehört das Schlaflied „Wiegala“, das sie für die Kinder der Krankenstation schrieb.

Diese Lieder wirken schlicht, beinahe wie Kinderlieder – und tragen doch die ganze Erfahrung von Verlust, Angst und Hoffnung in sich. Als 1944 die Kinder aus der Krankenstube nach Auschwitz deportiert wurden, weigerte sich Ilse Weber, sie allein zu lassen. Sie begleitete sie freiwillig in den Transport. Dort wurde sie zusammen mit ihrem Sohn ermordet. Zeugnisse berichten, dass sie auf dem Weg in die Gaskammer sang, um die Kinder zu beruhigen.

Ilse Webers Gedichte und Lieder überlebten den Krieg – verborgen und später wiederentdeckt. Heute gelten sie als leise, aber eindringliche Zeugnisse menschlicher Würde und künstlerischer Kraft unter unmenschlichen Bedingungen.

ELISABETH GELDMACHER Einführung
SIBYLLE KUHNE  Lesung
LEWIN KRUMPSCHMID  Klavier

Soziokulturelles Zentrum Alberttreff
Am Marstall 1
01558 Großenhain


Beginn: Uhr
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