Stadtspaziergang mit Sabine Davids und Barbara Wittkopf

Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße. Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und Warenhäuser. In den Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Geschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurden in nur wenigen Jahren alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohner:innen vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben.

Ein Stadtspaziergang im Rahmen der Ausstellung "Jüdisches Leben in der Schloßstraße 1900–1945" in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek.
Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung aber erforderlich.

Treffpunkt: Pavillon an der Ecke Schloßstraße/Grunewaldstraße


Beginn: Uhr
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