Passierschein für die Kunst | 40 Jahre deutsch-deutsches Kulturabkommen
Wenn Ost-Berlin Goethe zum DDR-Bürger erklärt, haben wir verloren.“ Dieses Bonmot aus Bonn machte die Runde, als das deutsch-deutsche Kulturabkommen 1986 in den ersten Jahren der Kanzlerschaft Helmut Kohls zum Abschluss kam. Dreizehn Jahre lang war das Vertragswerk zwischen beiden deutschen Staaten hin- und hergeschoben worden – angesichts der deutschen Teilung war der Kulturaustausch hochumstritten. Die DDR-Führung wollte Kunst und Kultur zunächst nicht als Bindeglied zwischen Ost und West anerkennen, musste aber einsehen, dass sie ihre Bevölkerung nicht länger vom westlichen Einfluss abschirmen konnte. Die Bundesregierung beharrte auf der Unteilbarkeit der Nation, wollte Öffnung und Begegnung. Ein besonderer Streitpunkt in den Verhandlungen über das deutsch-deutsche Kulturabkommen kreiste um die in West-Berlin ansässige Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Die Bundesregierung lehnte die von der DDR geforderte Rückgabe kriegsbedingt verlagerter Kulturgüter in den Ostteil Berlins ab.
Zeitzeuginnen und Akteure von damals diskutieren auf der Veranstaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung: Was bewirkte das Abkommen? Wie sind sich Kunst und Publikum begegnet, die unter so unterschiedlichen Voraussetzungen lebten? Nachzugehen ist auch der Frage, was die zum Teil staatlich gelenkte, zum Teil eigenständige und subversive DDR-Kultur ausgezeichnet hat. Wie wirken deren Eigenheiten bis heute fort? Gesprächsstoff auf dem Podium ist nicht zuletzt das Thema, ob und wie Kunst und Kultur gesellschaftliche Veränderungen anstoßen können.
Es diskutieren Ingeborg Ruthe, Kunstkritikerin der „Berliner Zeitung“, Petra Winter, Direktorin des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin, Thomas Flierl, ehemaliger Mitarbeiter im DDR-Kulturministerium und Ex-Kultursenator, der Galerist Felix Brusberg und der frühere DDR-Hörfunkkorrespondent des WDR, Ulrich Leidholdt.
Moderation: Christhard Läpple (ehemaliger Redakteur des ZDF).
Sie sind herzlich zu dieser Kooperationsveranstaltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung eingeladen.
Auditorium der James-Simon-Galerie
Bodestraße 1-3, 10178 Berlin
Beginn: Uhr
Einlass: Uhr
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