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Die Radikalität des Originalklangs
Bach, Mozart, Beethoven: Alles haben wir schon auf unseren modernen Flügeln gehört, auf Violinen mit Stahlsaiten, im akustisch perfekt konstruierten Konzertsaal. Das entspricht natürlich nicht den Gegebenheiten und Spieltechniken, nicht den Klangkörpern, für die die Komponist*innen damals komponiert haben. Die „Radikalität des Originalklangs“, ein von Nikolaus Harnoncourt in den 1950er Jahren geprägter Begriff, ging dieser Tatsache nach, stellte liebgewonnene Hörgewohnheiten und festgezurrte Interpretationsansätze barocker und klassischer Musik infrage und revolutionierte so die Musikwelt. An diesem Abend werden diese Klangunterschiede direkt gegeneinander gestellt: Auf Hammerklavier und Flügel erklingen dieselben Werke und deuten auf den unfassbar großen Deutungsspielraum, den eine historisch informierte Interpretation bietet: dynamisch, metrisch, farbenreich mit individuellen Verzierungen und Variationen des Notentextes. Lucas Blondeel, Professor für Klavier und Hammerflügel an unserer Hochschule, deckt dabei beide Bereiche sowohl spielerisch als auch historisch als Experte ab. Gemeinsam mit Lea Rahel Bader auf historischem Violoncello und Yibai Chen auf einem modern eingerichteten Cello bringt er die Radikalität des Originalklangs dem Publikum näher.
Juliane Reichardt (geb. Benda): Sonate G-Dur für Klavier | Jean-Louis Duport: Nocturne Nr. 3 für Violoncello und Klavier: 2. Agitato | Carl Philipp Emanuel Bach: Fantasie fis-Moll Wq. 67 | Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier und Violoncello F-Dur op. 5 Nr. 1
Lucas Blondeel, Hammerklavier und Klavier / Lea Rahel Bader, Barockcello / Yibai Chen, Violoncello
Konzertsaal der Universität der Künste Berlin - Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin
Beginn: Uhr
Einlass: Uhr
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