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pretixPOS und die Gesetzeslage in Deutschland ab 2020

Mit § 146a AO und der Verordnung zur Bestimmung der technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme im Geschäftsverkehr (KassenSichV) erhöht der deutsche Gesetzgeber mit Wirkung zum 01. Januar 2020 die Anforderungen an elektronische Kassensysteme. Hiervon ist auch pretixPOS betroffen.

Wir können Ihnen keine Rechts- oder Steuerberatung erteilen. Auf dieser Seite finden Sie jedoch unverbindlich den jeweils aktuellen Stand unserer Planung und Empfehlung zur Umsetzung der neuen Bestimmungen sowie eine Auflistung der Vorkehrungen, die Sie treffen müssen.

Stand 7.11.2019: Der Bund und die Länder haben sich auf eine Nichtbeanstandungsregelung geeinigt. Alle technischen Voraussetzungen müssen demnach weiterhin unverzüglich geschaffen werden. Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von techischen Sicherheitseinrichtungen wird das Fehlen einer solchen bis zum 30. September 2020 noch nicht beanstandet. Die Anmeldung der Kasse beim Finanzamt muss ebenfalls erst getätigt werden, wenn die Finanzverwaltung ein elektronisches Verfahren hierfür zur Verfügung stellt. Die Pflicht zur Belegausgabe ist nicht aufgeschoben!
BMF-Schreiben

Technische Sicherheitseinrichtung

Ab 2020 muss jede Kasse mit einer BSI-zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgestattet sein. Hierbei handelt es sich um eine Komponente, die sicherstellt, dass keine Buchungen später gelöscht oder manipuliert werden können. Zum aktuellen Zeitpunkt (7.11.2019) ist noch keine solche TSE zertifiziert und erhältlich, weshalb von der Finanzverwaltung eine Aufschubfrist bis zum 30.09.2020 gewährt wird. Daher können wir aber auch noch keine finalen Aussagen zu Kosten und Anforderungen der TSEs machen, die mit pretixPOS integriert werden.

Wir verfolgen derzeit Planungen mit zwei TSE-Herstellern. Bei einem wird es sich um eine TSE im microSD-Karten-Format handeln die folglich in jedem Android-Gerät mit microSD-Slot eingebaut werden kann. Bei der anderen wird es sich um eine TSE handeln, die in bestimmte Bondruckermodelle eingebaut werden kann. Wir können noch nicht sicher sagen, ob am Ende beide Hersteller angebunden werden können oder nur einer. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf zwischen 250 € und 500 €, wobei die TSEs dann für 3-7 Jahre einsetzbar sind.

Ein Betrieb von pretixPOS in Deutschland ohne eine solche TSE wird nach Inkrafttreten dieser Regelungen nicht mehr möglich sein.

Pflicht zur Belegausgabe

Ab 2020 sind Sie verpflichtet, zu jedem Verkauf an einer elektronischen Kasse einen Beleg auszustellen, der bestimmte Pflichtangaben aufweisen muss. Dies kann auf Papier oder digital erfolgen.

pretixPOS ist bereits heute in der Lage, Kassenbelege auf einem ESC/POS-kompatiblen Belegdrucker auszudrucken, der in das lokale Netzwerk eingebunden ist. Der Druck wird mit einem pretixPOS- und pretixPRINT-Update, das wir spätestens im Dezember veröffentlichen, die neuen gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Wenn Sie einen Bondrucker neu anschaffen möchten, sprechen Sie bitte mit Ihrem pretix-Kundenbetreuer. Die Kosten liegen hier je nach Modell zwischen 250 und 350 €.

Wir planen ebenfalls, eine elektronische Belegausgabe per E-Mail bis Dezember in pretixPOS einzubauen. Da hier jedoch gesetzlich erforderlich ist, jeden Kunden einzeln zu fragen, ob der digitale Beleg ausgestellt werden soll und dann die E-Mail-Adresse erfasst werden muss, halten wir diese Variante in der Praxis für zu langsam und empfehlen die Anschaffung eines Bondruckers.

Standardisierte Schnittstelle

Das Finanzamt hat ab 2020 im Rahmen einer Kassennachschau, die jederzeit unangekündigt erfolgen kann, oder einer Betriebsprüfung Anrecht auf einen Datenexport der Kassendaten im standardisierten DSFinV-K-Format.

Wir arbeiten derzeit an einem DSFinV-K-Export in pretixPOS und werden diesen spätestens im Dezember per Update zur Verfügung stellen. Wir empfehlen, die Daten dann auch regelmäßig in diesem Format zu exportieren und zu archivieren.

Anmeldung der Kasse beim Finanzamt

Ab 2020 muss jede Kasse innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme (bzw. bei bestehenden Kassen innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten) beim Finanzamt des Steuerpflichtigen angemeldet werden. Hierbei muss beispielsweise die Seriennummer der Kassensoftware, aber auch der eingesetzten technischen Sicherheitseinrichtung angegeben werden.

Update: Die Finanzverwaltung hat diese Regelung bis zu dem Zeitpunkt ausgesetzt, zu dem ein elektronisches Anmeldeverfahren zur Verfügung steht.